Asbesthaltige Eternitplatten – so entsorgst du sie Schritt für Schritt korrekt

Asbesthaltige Eternitplatten – so entsorgst du sie Schritt für Schritt korrekt

Eternitplatten, die vor Mitte der 1990er-Jahre hergestellt wurden, können Asbest enthalten – ein Stoff, der beim Einatmen gefährlich für die Gesundheit ist. Wer ein älteres Dach sanieren oder ersetzen möchte, steht daher oft vor der Frage: Wie entsorgt man asbesthaltige Platten richtig und sicher? In diesem Artikel erfährst du, wie du dabei Schritt für Schritt korrekt vorgehst – im Einklang mit den deutschen Vorschriften.
Was ist Asbest – und warum ist er gefährlich?
Asbest ist eine natürliche Mineralfaser, die früher wegen ihrer Hitzebeständigkeit und Stabilität häufig in Baustoffen verwendet wurde. Heute weiß man, dass Asbestfasern beim Einatmen schwere Lungenerkrankungen wie Asbestose oder Lungenkrebs verursachen können. Solange die Platten unbeschädigt sind, besteht keine unmittelbare Gefahr. Erst wenn sie brechen, gesägt oder gebohrt werden, können gefährliche Fasern freigesetzt werden.
Wenn du unsicher bist, ob dein Dach Asbest enthält, kannst du eine Materialprobe von einem Fachlabor untersuchen lassen. Viele Umweltlabore bieten diesen Service an.
Schritt 1: Vorbereitung und Sicherheitsausrüstung
Bevor du beginnst, informiere dich bei deiner Stadt oder deinem Landkreis über die örtlichen Vorschriften zur Entsorgung von Asbestabfällen. In Deutschland ist die Entsorgung streng geregelt, und jede Kommune hat eigene Annahmestellen oder Sammeltermine.
Du benötigst:
- Einweg-Schutzanzug mit Kapuze (Typ 5/6)
- Atemschutzmaske mit P3-Filter
- Chemikalienbeständige Handschuhe
- Sicherheitsschuhe
- Stabile PE-Folie oder zugelassene Asbest-Big-Bags
- Klebeband zum luftdichten Verschließen
Wähle einen windstillen Tag, um die Staubverbreitung zu vermeiden, und halte Kinder und Haustiere fern vom Arbeitsbereich.
Schritt 2: Abbau der Platten
Beim Entfernen der Platten gilt: so schonend wie möglich arbeiten. Vermeide jede Beschädigung. Schraube die Befestigungen vorsichtig heraus und hebe die Platten im Ganzen ab. Verwende keine Trennschleifer oder Bohrmaschinen – sie erzeugen gefährlichen Staub.
Lege die Platten direkt nach dem Abnehmen auf eine vorbereitete Folie. So verhinderst du, dass sie auf dem Boden aufschlagen oder Staub freisetzen.
Schritt 3: Verpacken und Kennzeichnen
Die abgenommenen Platten müssen luftdicht verpackt werden. Verwende dafür zugelassene Asbest-Big-Bags oder dicke PE-Folie (mindestens 0,2 mm). Verschließe die Verpackung sorgfältig mit Klebeband.
Beschrifte jede Verpackung deutlich mit „Asbest – nicht öffnen!“. Diese Kennzeichnung ist vorgeschrieben, damit das Personal auf der Deponie oder Sammelstelle das Material sicher identifizieren kann.
Schritt 4: Transport und Abgabe
Asbesthaltige Baustoffe dürfen nicht mit anderem Bauschutt vermischt werden. Transportiere sie getrennt und so, dass die Verpackung unbeschädigt bleibt – am besten auf einer Plane im Anhänger oder Transporter.
Erkundige dich vorab bei deiner kommunalen Abfallwirtschaft, wo du das Material abgeben kannst. Viele Landkreise haben spezielle Deponien oder Wertstoffhöfe mit Annahmestellen für Asbest. Oft ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Schritt 5: Reinigung und Entsorgung der Schutzausrüstung
Nach Abschluss der Arbeiten ziehst du den Schutzanzug vorsichtig aus, während du noch auf der Folie stehst. So verhinderst du, dass eventuell anhaftender Staub in die Umgebung gelangt. Verpacke den Anzug, die Handschuhe und die Atemschutzmaske ebenfalls in einem Beutel und gib sie zusammen mit den Platten als Asbestabfall ab.
Wasche anschließend Hände, Gesicht und Haare gründlich. Arbeitskleidung, die mit Asbeststaub in Kontakt gekommen sein könnte, darf nicht in der normalen Waschmaschine gereinigt werden.
Wann solltest du Profis beauftragen?
Wenn das Dach groß ist, die Platten beschädigt sind oder du dich unsicher fühlst, solltest du ein Fachunternehmen beauftragen. In Deutschland dürfen nur zugelassene Fachbetriebe nach TRGS 519 (Technische Regel für Gefahrstoffe) Asbestarbeiten durchführen. Diese Betriebe verfügen über geschultes Personal, geeignete Ausrüstung und die notwendigen Entsorgungsnachweise.
Verantwortung für Gesundheit und Umwelt
Die sachgerechte Entsorgung asbesthaltiger Eternitplatten schützt nicht nur dich selbst, sondern auch deine Nachbarn und die Umwelt. Wer die gesetzlichen Vorgaben beachtet, verhindert, dass gefährliche Fasern in die Luft oder ins Grundwasser gelangen.
Ein neues Dach bringt frischen Glanz – doch das alte Material verdient besondere Vorsicht. Mit der richtigen Vorbereitung, Schutzausrüstung und Sorgfalt kannst du sicherstellen, dass die Entsorgung korrekt und verantwortungsvoll erfolgt – Schritt für Schritt.









